Inklusion vor dem Hintergrund meritokratisch-neoliberaler Logiken am Beispiel des Inklusiven Studierens. Interaktion, Konflickte und Alternativen.

16.01.2020 von 18:15 bis 19:45

Audimax - Hörsaal C

Nicole Viktoria Przytulla
Institut für Rehabilitationswissenschaften ∙ HU Berlin

 

Aktuelle Studien zur Situation von Studierenden mit gesundheitlichen Einschränkungen in Deutschland kommen zu den Ergebnis, dass die komplexen und umfassenden Regelungen und Maßnahmen, die für das Inklusive Studieren existieren, so gut wie nicht greifen und der Komplexität der Problematik nicht gerecht werden. Bisher wurde zu der Thematik vor allem empirisch durch Befragungen von Studierenden oder Akteur*innen des Inklusiven Studiums geforscht. Eine theoretische Auseinandersetzung fehlt bislang weitgehend. Diese Lücke will die vorliegende Arbeit schließen, indem sie die Logiken des Studierens an einer Unternehmerischen Universität und des Inklusiven Studierens sowie deren epistemologische Grundlagen untersucht. Für die literaturbasierte Untersuchung wird als theoretische Analyserahmen die ‚Epistemologien des Südens‘ des portugiesischen Soziologen Boaventura de Sousa Santos herangezogen. Zentrale Ergebnisse dieser Arbeit sind, dass die in den Universitäten vorherrschenden meritokratisch-unternehmerischen Logiken bei der Problembestimmung und den Lösungsstrategien des Inklusiven Studiums keine Beachtung finden. Das führt dazu dass die Lösungsstrategien des Inklusiven Studiums zu starken Ambivalenzen für Studierende mit Behinderung im Umfeld der Unternehmerischen Universität führen. Die Logik des Inklusiven Studiums unterstützt eher die Ausgrenzung bzw. die Disqualifizierung von behinderten Studierenden, als dass sie eine Vielfalt innerhalb der Lehre und des Studierens eröffnet. Um Behinderungen und Disqualifizierungen aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen grundlegend im Studium abzubauen, müsste innerhalb der Hochschulkultur eine epistemologische Vielfalt in Bezug auf Wissen, Zeit, Differenz, Maßstab, Produktivität und körperlich-leibliches-Sein geschaffen werden.

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Dieser Vortrag ist Teil der Themenreihe "Gender & Diversity". Die Fachschaft SoPo möchte mit dieser Themenreihe die Vielfalt der Gender und Diversity Studies aufzeigen und hat ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Neben Beiträgen von Dozent*innen der Soziologie, Politikwissenschaft und Pädagogik, stellen auch Student*innen ihre Abschlussarbeitsthemen vor. Ergänzt wird die Themenreihe durch Vorträge einer Hochschulgruppe und einem außeruniversitär aktivem Kollektiv.

Das vielfältige Programm bietet Themen wie die Frauenbewegung in Kiel, Schwarzer Feminismus, Rassismus an der Hochschule, Antiterrormaßnahmen, Genderidentity, sexualisierte Gewalt, Migration, Anfänge der Gender & Queer Studies oder Diversität in Familien, aber auch Inklusion an der Hochschule, Bio-Politik und Trans*Gender sowie der Kampf um das Frauenwahlrecht.

Wir freuen uns auf ein inspirierendes Semester und spannende Diskussionen!

Das Programm und weitere Infos findet ihr hier: www.fs-sopo.uni-kiel.de/de/gendiv

Die Themenreihe wird unterstützt von:
Arbeitsbereich Gender und Diversity Studies - CAU Kiel
Institut für Sozialwissenschaften - CAU Kiel
Diversitätsfonds - CAU Kiel

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Fachschaft SoPo

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