Securitization of Migration

12.12.2019 von 18:15 bis 19:45

Audimax - Hörsaal C

Doreen Muhl
Bachelorarbeit Soziologie/Politikwissenschaft
CAU Kiel

 

Grundsatzdebatten über die Legitimität von Migration und Flucht sind spätestens seit 2015 und der sogenannten „Flüchtlingskrise" überall präsent. Bevölkerungsbewegungen, die vor etwa 20 Jahren noch als vorwiegend soziales oder wirtschaftliches Phänomen galten, rückten in vergangener Zeit zunehmend in den Fokus sicherheitspolitischer Fragestellungen. Die Themen Migration und Sicherheit werden letztendlich in zahlreichen politischen Maßnahmen miteinander verknüpft, zum Beispiel durch Abkommen bezüglich der Migrationssteuerung, durch Gesetze der Zuwanderungskontrolle oder der Kriminalitäts- und Terrorismusbekämpfung.

Ende März wurde im schleswig-holsteinischen Landtag das neue Abschiebungshaftvollzugsgesetz auf den Weg gebracht - fünf Jahre nach der Schließung der Abschiebungshafteinrichtung in Rendsburg.

Nach Angaben des Innenministers Hans-Joachim Grote soll das neue Gesetz der „Sicherung einer vollziehbaren Ausreisepflicht" dienen. Die Landesregierung Schleswig-Holstein setzte das neue Gesetz und damit die Entstehung der neuen Abschiebungshaftvollzugsanstalt Glücksburg unter das Motto "Wohnen minus Freiheit". Jener Gesetzesentwurf zur Abschiebungshaft wurde von mehreren Verbänden, Vereinen und PolitikerInnen scharf kritisiert, weil er wesentliche Vollzugsstandards nicht einhält, völker- und grundrechtlich, und auf humanitärer Ebene höchst fragwürdig ist. Dennoch kam es zu einer Abstimmung für jenes umstrittene Gesetz.

Unter Zuhilfenahme des Konzeptes der Versicherheitlichung soll gezeigt werden, wie bestimmte Themen – in diesem Fall irreguläre Migration – als Bedrohung im politischen Diskurs konstruiert werden. Außerdem soll damit der Rahmen für eine Analyse gesteckt sein, die untersuchen wird, inwiefern es sich bei der diesjährigen Verabschiedung des neuen Abschiebungshaftvollzugsgesetzes in Schleswig-Holstein um einen Akt der Versicherheitlichung handelt

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Dieser Vortrag ist Teil der Themenreihe "Gender & Diversity". Die Fachschaft SoPo möchte mit dieser Themenreihe die Vielfalt der Gender und Diversity Studies aufzeigen und hat ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Neben Beiträgen von Dozent*innen der Soziologie, Politikwissenschaft und Pädagogik, stellen auch Student*innen ihre Abschlussarbeitsthemen vor. Ergänzt wird die Themenreihe durch Vorträge einer Hochschulgruppe und einem außeruniversitär aktivem Kollektiv.

Das vielfältige Programm bietet Themen wie die Frauenbewegung in Kiel, Schwarzer Feminismus, Rassismus an der Hochschule, Antiterrormaßnahmen, Genderidentity, sexualisierte Gewalt, Migration, Anfänge der Gender & Queer Studies oder Diversität in Familien, aber auch Inklusion an der Hochschule, Bio-Politik und Trans*Gender sowie der Kampf um das Frauenwahlrecht.

Wir freuen uns auf ein inspirierendes Semester und spannende Diskussionen!

 

Die Themenreihe wird unterstützt von:
Arbeitsbereich Gender und Diversity Studies - CAU Kiel
Institut für Sozialwissenschaften - CAU Kiel
Diversitätsfonds - CAU Kiel

www.fs-sopo.uni-kiel.de/de/gendiv

Fachschaft SoPo

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